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Karl Lagerfeld, 2014 Signature Karl Lagerfeld 2.gif

Karl Otto Lagerfeld ( in ) ist ein in lebender , , und . Er begann seine Laufbahn in der französischen Mitte der 1950er Jahre in Paris, wo er bei , , und anderen Modefirmen beschäftigt war. Seit 1965 ist er als Damenmode-Designer bei in unter Vertrag. Mode unter seinem eigenen Namen kreiert Lagerfeld für Damen und Herren mit Unterbrechungen seit 1974. Seit 1983 fungiert er als Kreativdirektor bei dem französischen Modehaus , dessen in den 1980er Jahren und anschließender Aufstieg zu einem internationalen Milliarden zu großen Teilen Lagerfeld zugeschrieben wird.

Darüber hinaus ist er bekannt für zahlreiche in den Bereichen , , , und . Lagerfeld wird aufgrund seiner bereits über 60 Jahre fortdauernden Karriere und seines stilbildenden Einflusses auf die internationale Modewelt von der bisweilen als „ Karl“ oder als „Mode“ bezeichnet. Seine persönlichen Kennzeichen sind ein weiß gepuderter , ein hochstehender und dunkle ; bis Anfang der 2000er Jahre gehörte auch ein dazu.[12]

Inhaltsverzeichnis

Lagerfeld wuchs als Sohn des -Fabrikanten () (1881–1967) und dessen Frau Elisabeth (1897–1978), geb. Bahlmann, in wohlhabenden Verhältnissen auf. Sein Großvater war . Lagerfeld hatte eine ältere Schwester, die seit 1957 in den lebte und Ende 2015 starb, sowie eine verstorbene Halbschwester aus einer vorherigen Beziehung seines Vaters.

Geburtsjahr[ | ]

Als Geburtsjahr gab Lagerfeld öffentlich lange Zeit 1938 an, neuerdings 1935. Die veröffentlichte 2008 jedoch Auszüge des kirchlichen Taufregisters Hamburg sowie Kommentare seiner Lehrerin und eines Klassenkameraden, die als sein Geburtsjahr 1933 angaben. Am 10. September 2008 ließ sich Karl Lagerfeld gleichwohl zum „70. Geburtstag“ gratulieren. Entsprechendes geschah im Jahr 2003 zu seinem „65.“. Einige Medien richteten sich nach den Angaben des Modeschöpfers, andere nicht.

Gut Bissenmoor, 1908

Am 7. Juli 2013 meldete die , das wahre Geburtsdatum von Lagerfeld sei der 10. September 1933. Die Information stützt sich auf ein Buch der Hobby-Historiker Maike und Ronald Holst aus dem Hamburger Stadtteil . Sie fanden bei Recherchen zu ihrem Buch Blankeneser Frauen eine Karte mit einer Geburtsanzeige, in der „Otto Lagerfeld und Frau Elisabeth, geb. Bahlmann“ die Geburt ihres Sohnes bekanntgeben. An der Karte ist mit einem blauen Seidenschleifchen ein kleines Extra-Kärtchen befestigt. Auf dieser steht: „Karl Otto“ und darunter „Sonntag, 10. September 1933“.

Der bezog sich am 30. November 2017 auf das der Gemeinde , wonach Lagerfeld am 10. September 1933 geboren sein soll.

Kindheit und Jugend[ | ]

Lagerfelds Patenonkel war . Das Ehepaar Otto und Elisabeth Lagerfeld erwarb 1934 das fast 500 Hektar große Gut Bissenmoor bei . Die Familie siedelte dorthin um, kehrte jedoch 1939 nach Hamburg zurück. Als Hamburg während des 1944 durch Bombardierungen verwüstet wurde, ließen sich die Eheleute Lagerfeld mit ihren Kindern erneut in Bad Bramstedt nieder. Karl Lagerfeld besuchte dort mehrere Jahre die Jürgen-Fuhlendorf-Schule, bevor die Familie ihren Wohnsitz 1949 abermals nach Hamburg verlegte. Seinen Schulbesuch setzte Lagerfeld für zwei Jahre an der Bismarckschule fort. Gemeinsam mit seiner Mutter zog er 1953 nach . Nachdem er zunächst an einer Privatschule und am Montaigne im unterrichtet worden war, arbeitete er im Anschluss als im Modebereich. Lagerfeld erreichte im Alter von 16 Jahren beim Wettbewerb des Internationalen Wollsekretariats in Paris für den Entwurf eines Mantels den ersten Platz und absolvierte ab 1954 eine Lehre als bei . Das Haus verließ Lagerfeld nach dreieinhalb Jahren, um Anfang 1958 zu zu wechseln.

Wohnort und Vorlieben[ | ]

Lagerfeld lebt und arbeitet in Paris. Außerdem unterhält er Wohnungen und Häuser in , , , und . Seine Villa im Hamburger Stadtteil Blankenese, die er 1991 erworben hatte, verkaufte er 1998. Das in der , , das Lagerfeld seiner Mutter, die dort auch begraben liegt, nach dem Tod des Vaters 1967 gekauft hatte, veräußerte er im Jahr 2000. Seit dem Tode seines 1983 an erkrankten Partners Jacques de Bascher im Jahr 1989 lebt Lagerfeld nach eigenen Angaben bevorzugt allein. Er gilt als äußerst disziplinierter mit einer hohen Allgemeinbildung. Seine soll ihm zufolge ca. 300.000 Bücher umfassen. 1999 eröffnete Lagerfeld in Paris seinen bis heute existenten Buchladen 7L (benannt nach dessen Adresse in der 7, rue de Lille). Im Jahr 2000 rief er zusammen mit , mit dem er seit 1993 unter anderem für zusammenarbeitet, den -Verlag Edition 7L ins Leben. 2010 gründete Lagerfeld zusammen mit Steidl den LSD-Verlag (Lagerfeld, Steidl, Druckerei Verlag) für überwiegend deutschsprachige Bücher, dessen Programmchef Lagerfeld ist.

Persönlicher Stil[ | ]

Lagerfelds , neben seinem weiß gepuderten (ein ungeflochtener ), den er seit 1976 trägt, ist eine dunkle Sonnenbrille, die einen Sehfehler korrigiert. Bis Anfang der 2000er Jahre und vor allem während der 1980er und 1990er Jahre war der Designer bei öffentlichen Auftritten zudem mit einem Handfächer zu sehen. Nach eigener Aussage diente der Fächer hauptsächlich als Abwehrmittel gegen Zigarettenrauch und als Schutz gegen . Seine eigene Kleidung besorgte sich Lagerfeld, der nach de Baschers Tod stetig an Gewicht zugenommen hatte, damals vorwiegend bei Designern wie Matsuda, oder . Seit 1. November 2000 hat Lagerfeld durch die von einem französischen Arzt erdachte 3D-Diät (Designer, Doktor, Diät) innerhalb von 13 Monaten ca. 42 kg an Gewicht verloren. Anlass seien die schmal geschnittenen -Anzüge des Designer-Kollegen gewesen, die er gerne tragen wollte. Auch heute noch gibt Lagerfeld Eitelkeit als Motiv für seine Ernährungsgewohnheiten an: „Ich trage enge Anzüge, damit ich nicht zunehmen kann. Mein einziger Ehrgeiz ist es, weiterhin bei Größe 48/46 tragen zu können.“ Zudem präsentiert sich Lagerfeld seit Mitte der 2000er Jahre gerne in halboffenen Autofahrer-Handschuhen, engen -Hemdkragen, Silberschmuck der Marke Chrome Hearts und engen Hosen und Jeans.

Anfänge in Paris[ | ]

1954 gewann Lagerfeld den noch heute existierenden International Woolmark Prize des Internationalen Wollsekretariats IWS (1997 in The Woolmark Company umbenannt) in der Kategorie „Mantel“. Der damals für das Haus arbeitende gewann im selben Wettbewerb den Preis in der Kategorie „Abendkleid“. Lagerfeld bekam daraufhin eine Stelle als Assistent bei , der auch des Wettbewerbs gewesen war. Während seiner Zeit bei absolvierte Lagerfeld eine , und der Entwurf seines preisgekrönten Wollmantels ging bei Balmain in Produktion. 1958 wechselte Lagerfeld zu und war dort von 1958 bis 1963 Künstlerischer Direktor. Seine erste Kollektion präsentierte er im Juli 1958 unter dem Namen Roland Karl. Nach Ablauf seines Exklusivvertrags bei Patou war Lagerfeld für Modefirmen wie Mario Valentino, und die -Kette tätig. 1964 begann er ein Kunststudium in Paris, das er nach drei Jahren aufgab. Aus der anfänglichen Freundschaft zwischen Lagerfeld und Saint Laurent entwickelte sich über die Jahre Rivalität.

1960/70er: Chloé, Fendi etc.[ | ]

1963 wechselte Lagerfeld als künstlerischer Direktor zu , entwickelte dort bis 1978 Kollektionen und verließ das Unternehmen nach Unstimmigkeiten mit den Eigentümern. In den 1960er Jahren experimentierte Lagerfeld in seiner Mode mit Elementen des . Auch privat war er Anhänger des Art déco; er häufte über die Jahre eine immense Sammlung an Einrichtungsgegenständen dieser Epoche an. Weltweite Anerkennung brachte ihm bei Chloé 1972 die Deco-Kollektion ein, die aus Schwarz-Weiß-Drucken mit geschicktem, asymmetrischem Schnitt bestand. Seit 1965 entwirft Lagerfeld für das italienische Pelz- und Modeunternehmen , das heute vollständig zum Luxusgüterhersteller gehört. Parallel dazu nahm er weiterhin Design-Aufträge für andere Unternehmen an, wie etwa für die damals von dem Milliardär Evan Richards von aus auf den amerikanischen Markt gebrachte Modemarke Tiziano Roma. Aus diesen Zeiten rührt die Freundschaft Lagerfelds mit Modeschöpfer-Kollege .

1974 gründete Lagerfeld in Deutschland unter dem Namen Karl Lagerfeld Impression sein erstes eigenes Unternehmen. In den Jahren 1978–1983 war er selbständig für verschiedene Unternehmen tätig, auch wieder für das Haus Chloé, wo ihm 1983 nachfolgte; sein Vertrag mit Chloé lief jedoch weiter.

1980er: Chanel und Professur[ | ]

Hauptartikel:

Im Januar 1983 wechselte Lagerfeld als künstlerischer Direktor zu , wo er zunächst die Haute Couture Kollektionen verantwortete und 1984 auch Chefdesigner der Kollektion und insbesondere der -Sparte wurde. Er verhalf der damals etwas angestaubten Modemarke für ältere Damen durch moderne, bisweilen unkonventionelle Interpretationen des Erbes von wieder zu ihrem alten Glanz und trug durch den Ausbau der Kollektionen maßgeblich dazu bei, dass Chanel heute auch bei jungen Frauen zu den tonangebenden Top-Marken in der hochpreisigen Damenmode zählt. Kritiker bemängeln bisweilen, dass Lagerfeld – wenngleich mit immensem finanziellen Erfolg für das Haus Chanel – lediglich die Ideen von Coco Chanel zeitgemäß umsetzt, statt die Marke mit etwas Eigenem zu bereichern. Von 1992 bis 1997 war Lagerfeld auch wieder für Chloé als Chefdesigner tätig, bis er von abgelöst wurde.

Von 1980 bis 1984 war Lagerfeld als erster Modeschöpfer in einer bis heute fortgeführten Reihe der an der ; seine Nachfolgerin war .

1990er: eigene Modemarke[ | ]

1984 hatte Lagerfeld mit dem französischen Textilhersteller Bidermann sein eigenes Label Karl Lagerfeld gegründet, das für extravagante Strickmode bekannt wurde, allerdings nicht profitabel war. 1987 kaufte der französische Luxusgüterkonzern die Rechte der Marke, der 1992 seinerseits von aufgekauft wurde und nach einer Fusion mit in der Vendome-Gruppe (dem späteren -Konzern) aufging. Vendome liquidierte die Marke Lagerfeld nach schlechten Umsätzen sowie hohen Verlusten und gab die Markenrechte 1997 an Lagerfeld zurück. Dieser startete 1998 unter dem Namen Lagerfeld Gallery und zunächst einer kleinen, selbst kreierten Damenkollektion neu. Es wurden mit Hilfe von in Paris (40, Rue de Seine) und Monaco Lagerfeld-Gallery-Boutiquen eröffnet, in denen Lagerfelds exklusive Mode neben ausgewählten Artikeln von Fendi sowie Bücher und Fotografien verkauft wurden. Die Damenkollektionen wurden ab 1999 bei den Modenschauen in Paris präsentiert. Für Damen gab es ab 2002 unter dem Namen Lagerfeld Gallery by Diesel zudem eine Kooperation mit dem italienischen Jeans-Hersteller . Bis Mitte der 2000er Jahre existierte von der Marke Lagerfeld Gallery auch Männermode, die ebenso in Paris vorgeführt wurde.

Bereits 1988 war die Zweitlinie KL by Karl Lagerfeld zusammen mit der lanciert worden, welche die Zusammenarbeit allerdings 1995 einstellte. 1996 begann Lagerfeld eine Kooperation mit und bot die Damenkollektion KL by Karl Lagerfeld bis 1999 im Quelle-Katalog an. 1999 ging die Lizenz für die Lagerfeld-Damenkollektion an die FD Fashion Design, die bereits seit 1989 die weltweite Lizenz (außer für Japan und die USA) für die Herrenkollektion hielt.

Lagerfeld mit seinem Bodyguard Sébastien Jondeau, der bisweilen auch als Model fungiert, 2008

Entdeckung von Topmodels[ | ]

Lagerfeld gilt als der Entdecker des ehemaligen Top-Models , seiner zeitweiligen , die 1993 in einem von Lagerfeld mit bestickten auf einer Modenschau einen Skandal provozierte. Davor war seine Muse gewesen, doch die Liaison zerbrach 1989. Zu Lagerfelds zahlreichen anderen Musen gehören die männlichen Models und sowie die weiblichen Models ,, und . Die Sängerinnen und zählen ebenfalls zu Lagerfelds Musen.

Zusammenarbeit mit H&M[ | ]

Im November 2004 erregte Lagerfeld Aufsehen durch seine Zusammenarbeit mit dem schwedischen Discount-Modefilialisten (H&M), für den er eine kostengünstige Mode-Kollektion mit 20 Artikeln für Damen und zehn für Herren sowie ein Parfüm namens Liquid Karl entwarf. Lagerfeld war H&Ms erster Design-Kooperationspartner, ihm folgten unter anderem (2005), Viktor & Rolf (2006), (2007), (2008), (2009), (2009), (2010), (2011), Marni (2012).

Eine Lagerfeld-Filiale in München, 2014

Tommy Hilfiger[ | ]

2005 kaufte der US-Modekonzern die Marke Lagerfeld inklusive aller Lizenzen für 27,5 Mio. $. Die hochpreisige Pariser Kollektion Lagerfeld Gallery für Damen wurde umbenannt in Lagerfeld Collection und ab 2006 durch zwei jüngere, preiswertere Labels – Karl Lagerfeld für Damen sowie KL Lagerfeld für Herren – komplementiert, die sich am Stil der New Yorker Modeszene orientieren. Die Lagerfeld-Gallery-Mode für Herren wurde eingestellt. Lagerfeld Collection wurde von Lagerfeld selbst in Paris designt; um die Marke Karl Lagerfeld kümmerte sich ein Hilfiger-Designteam in New York. Die Kollektionen wurden auf den gezeigt. Mitte 2006 beschloss die Tommy Hilfiger Corp., selbst erst Ende 2005 vom britischen Finanzinvestor aufgekauft, die Lagerfeld-Kollektionen in den USA nicht mehr zu vertreiben und die Zweitlinie Karl Lagerfeld für Damen einzustellen. Die Lagerfeld-Gallery-Boutiquen in Paris und Monaco wurden geschlossen. Die Hauptkollektion Lagerfeld Collection wurde schließlich umbenannt in Karl Lagerfeld und bei den Modenschauen in Paris gezeigt. 2007 wurde die Fertigung der Hauptkollektion Karl Lagerfeld an das italienische Unternehmen Vaprio Stile vergeben. Im selben Jahr lancierte Tommy Hilfiger die Brückenkollektion K Karl Lagerfeld für Damen und Herren für den europäischen Markt und Kanada, die mit Beschluss von 2009 zum Frühjahr 2010 wieder eingestellt wurde. Die Lizenz-Herrenkollektion, immer noch von FD Fashion Design gefertigt, hieß seither schlicht LAGERFELD.

Im März 2010 wurde die Marke Tommy Hilfiger von an (PVH), einen amerikanischen Bekleidungshersteller, zu dem u. a. die Marke gehört, verkauft. Die Marke Karl Lagerfeld war nicht Teil dieses Verkaufs und blieb im Besitz der Apax Partners.

Karl Lagerfeld B.V.[ | ]

Im September 2010 sagte Lagerfeld die für den 3. Oktober während der Pariser Schauen geplante Modenschau seines Labels Karl Lagerfeld ab. Die Damen-Modenschau im März 2010 in Paris (Saison Herbst/Winter 2010/11) war damit die vorerst letzte des Lagerfeld-Labels. Er wolle die Zeit stattdessen nutzen, um sich auf die Entwicklung einer neuen – vorwiegend, aber nicht ausschließlich für Damen konzipierten – Marke namens Karl zu konzentrieren, die im niedrigpreisigeren 'Masstige'-Segment (Kunstwort aus 'Masse' und 'Prestige', quasi 'Prestige für die Massen') angesiedelt sein werde. Dazu wurde in Amsterdam unter der Regie von Apax Partners die Karl Lagerfeld gegründet. Die Karl-Damenmode, ursprünglich für Herbst/Winter 2011 geplant, wurde ab Ende Januar 2012 zunächst nur online, dann auch im Einzelhandel verkauft. Der Launch der Herrenmode des Labels Karl begann mit der Herbst-Kollektion 2012 und ergänzt die weiterhin von FD Fashion Design entworfene LAGERFELD-Herrenlinie. In London und wurden im Sommer 2012 Pop-up-Ladengeschäfte der Marke Karl eröffnet. Zudem kam in Lizenz-Zusammenarbeit mit ab Herbst/Winter 2012 eine höherpreisige Hauptkollektion namens Karl Lagerfeld Paris für Damen und Herren auf den Markt, die nicht nur online, sondern auch in Ladengeschäften verkauft wurde. Die Zusammenarbeit mit Ittierre endete Mitte 2013. Folglich wurde das Portfolio auf die Marken Karl Lagerfeld (Damen und Herren) sowie Lagerfeld (Herren) beschränkt. Im Februar 2013 eröffnete das erste Karl-Ladengeschäft in Paris.

Im April 2014 kaufte PVH von Apax Partners eine Minderheitsbeteiligung an dem Unternehmen Karl Lagerfeld. 2014 und 2015 brachte das Unternehmen in Zusammenarbeit mit Interparfums drei neue Düfte jeweils für Damen und Herren auf den Markt: Karl Lagerfeld, Paradise Bay und Private Klub. Ende 2015 existierten in Europa ca. ein Dutzend eigene und drei von Partnern betriebene Lagerfeld-Ladengeschäfte, darunter Standorte in Paris, London, Berlin (3×), Düsseldorf, München (2×), Amsterdam, Antwerpen und Kopenhagen. Darüber hinaus gibt es Verkaufsflächen in größeren Kaufhäusern wie oder . Weitere Boutiquen stehen in Russland, Saudi-Arabien, Katar und China.

2015 wurde eine Kinderkollektion unter dem Namen Karl Lagerfeld Kids aufgelegt. Mitte 2015 wurde ein mit der US-amerikanischen G-III Apparel Group und deren Tochtergesellschaft AM Retail Group zur Erschließung des nordamerikanischen Marktes vereinbart. Für die USA wurden die separaten Karl Lagerfeld Paris Lizenz-Kollektionen für Damen und Herren aufgelegt. 2016 wurde mit dem USA-Geschäft ein Umsatz von 50 Millionen Dollar erwirtschaftet. Im April 2018 eröffnete ein Lagerfeld-Flagshipstore in ; weitere Geschäfte in den USA sind geplant. G-III Apparel Group unterhält in den USA zudem einen eigenen Lagerfeld-Onlineshop und acht Lagerfeld-. Ein separater Onlineshop für Europa und den Rest der Welt (inklusive USA) mit Damen- und Herrenmode sowie -Accessoires wird seit 2015 in Zusammenarbeit mit der Yoox Net-a-Porter Group unterhalten. Im Herbst 2016 vergab Lagerfeld für 2017 eine Schuhlizenz an den britischen Schuhhersteller Overland Shoes Ltd. Im Frühjahr 2017 entwarf der Musiker und Künstler eine Mode- und Accessoires-Kollektion für Karl Lagerfeld. Im Mai 2017 lancierte Lagerfeld in Zusammenarbeit mit eine Schmuckkollektion für Damen. Mitte 2017 leitete das Unternehmen Karl Lagerfeld B.V. die Expansion auf dem deutschsprachigen Markt ein. Anfang 2018 wurden die Herrenkollektionen Karl Lagerfeld und LAGERFELD zu einer Kollektion zusammegefasst.

Seit 2011 ist Pier Paolo Righi, ein ehemaliger -Manager und -Europachef, CEO und Präsident der Karl Lagerfeld B.V. mit Sitz in Amsterdam. Der Umsatz des Unternehmens wurde für das Jahr 2014 auf über 100 Millionen Euro geschätzt.

Lagerfeld, 2007

Von Karl Lagerfeld jährlich kreierte Mode-Kollektionen (Stand 2017):

Karl Lagerfeld (vier Kollektionen pro Jahr) Chanel (acht Kollektionen) Fendi (zwei Kollektionen)
  • Karl Lagerfeld
    (Damen-, Frühling/Sommer und Herbst/Winter)
  • Karl Lagerfeld
    (Herren-Konfektion, F/S und H/W)
  • Karl Lagerfeld Kids
    (Kinder-Konfektion durch Lizenzpartner, F/S und H/W)
  • LAGERFELD (2018 aufgelöst)
    (Herren-Konfektion durch Lizenzpartner, F/S und H/W)

  • (Damen- im obersten Preissegment, F/S und H/W)
  • Prêt-à-porter
    (Damen-Konfektion, F/S und H/W – je Saison Vor- und Hauptkollektion)
  • Cruise/Resort (Croisière)
    (Damen-Saisonkonfektion mit Frühlingsmode zur Winterzeit)
  • Métiers d’art
    (Damen-Saisonkonfektion mit Herbstmode zur Sommerzeit)
  • Prêt-à-porter
    (Damen-Konfektion, F/S und H/W, Co-Design mit Silvia Fendi)

Die wichtigsten Modefirmen, für die Karl Lagerfeld als Designer tätig war oder noch ist:

  • 1955–1958: Pierre Balmain
  • 1958–1963: Jean Patou
  • 1963–1978 (1983), 1992–1997: Chloé
  • 1965–heute: Fendi
  • 1974–heute: Karl Lagerfeld (Karl Lagerfeld Impression, KL by Karl Lagerfeld, Lagerfeld Gallery, Lagerfeld, Karl Lagerfeld etc.)
  • 1983–heute: Chanel
  • 2004: Hennes & Mauritz (H&M)
Lagerfeld mit einer Kuckucksuhr des Street-Art-Künstlers , 2008

In den 1980er Jahren gab es eine Fernsehserie über Modegeschichte. Lagerfeld erläuterte Mode im Wandel der Zeit anhand von Zeichnungen die er vor laufender Kamera ausführte (zum Beispiel Unterschiede der Mode in Deutschland von 1610 zu 1620). Für entwarf Lagerfeld die Bühnenoutfits ihrer im Jahr 2004. 2005/2006 war Lagerfeld für tätig.

2008 kreierte Lagerfeld einen -Teddybären im typischen Lagerfeld-Outfit, der in den USA für 1500 $ verkauft wurde. Im Anfang 2008 vorgestellten Videospiel ist Lagerfelds Stimme als Radiomoderator des fiktiven Senders K109 zu hören. Ab Mitte 2008 war Lagerfeld in das Design einer ganzen Insel namens Isla Moda samt Wohnungen, und Geschäften vor der Küste nahe involviert. Das Projekt war bis Ende 2010 nicht verwirklicht worden, und Lagerfeld zog sich als Designer zurück.

Der italienisch-amerikanische Spielzeughersteller tokidoki produzierte Ende 2009 eine Lagerfeld nachempfundene, 25 cm große Spielzeug-Figur in einer Stückzahl von 1000 Exemplaren, die für je € 129 verkauft wurde.

Ende 2009 kollaborierte Lagerfeld mit dem französischen Helm-Hersteller Les Ateliers Ruby und entwarf einige Motorradhelm-Modelle und einen -.

Für entwarf Lagerfeld Anfang 2010 eine Flasche der Sorte Coca-Cola Light, die in limitierter Stückzahl für 3,50 Euro erhältlich war. Im Juni 2010 betätigte sich Karl Lagerfeld im als Karikaturist. Mitte 2010 nahm Lagerfeld für einen Tag die Position des der französischen ein und gestaltete dafür einige . In Deutschland gestaltete Karl Lagerfeld die Ausgabe der Wochenzeitung vom 1. Dezember 2013 mit eigenen Fotos, Texten und Farbillustrationen.

Für die Herbst-/Winter-Saison 2010 präsentierte der Schmuckhersteller von Karl Lagerfeld für Atelier Swarovski entworfene Armreife, Halsketten und Broschen.

Der italienische Schuhhersteller Hogan, der zur -Gruppe um Diego della Valle gehört, präsentierte im Oktober 2010 eine einmalige Design-Zusammenarbeit mit Karl Lagerfeld über sechs Entwürfe in den Bereichen Schuhe, Kleidung und Accessoires für Damen für die Saison Frühjahr 2011. 2011 wurde die Zusammenarbeit mit Lagerfeld für eine Herbst/Winter Kollektion bei Hogan erneuert.

Ab 31. August 2011 wurde in den USA im Rahmen einer Kooperation mit der amerikanischen Kaufhaus-Kette für deren IMPULSE-Designerkollektionen einmalig von Karl Lagerfeld als limitierte 'capsule collection' entworfene Damenmode im niedrigen Preissegment angeboten.

2015 entwarf Lagerfeld unter dem Namen Karl Lagerfeld Sport City eine 18-teilige Damen-Kollektion für den deutschen Online-Händler . Im Frühjahr 2017 arbeitete Lagerfeld mit dem französischen Textilhersteller Vilebrequin zusammen und präsentierte eine Bademodenkollektion. 2017 wurde bekannt, dass Lagerfeld mit dem australischen Kosmetikhersteller ModelCo kollaboriert und 2018 eine limitierte Beauty-Serie herausbringen wird.

1975 kreierte Lagerfeld zusammen mit Chloé das Parfüm Chloé for Woman, das für seinen blumigen Duft bekannt ist. In Zusammenarbeit mit , ab 1989 und ab 2005 , entwickelte Karl Lagerfeld im Laufe der Zeit verschiedene weitere Düfte unter seinem eigenen Namen: 1978 brachte er den Herrenduft Lagerfeld auf den Markt, 1982 folgte KL (Damen) und 1986 KL Homme (eingestellt). 1990 kam der Herrenduft Lagerfeld Photo heraus, 1994 der Damenduft Sun Moon Stars. Es folgten 1997 Jako (Herren) sowie Lagerfeld Femme (2000) und Lagerfeld Man (2002). 2004 entwarf er speziell für H&M das Parfüm Liquid Karl. 2008 wurde die Kapsule-Unisex-Kollektion lanciert (Woody, Light und Floriental). 2014 stellte Lagerfeld zwei neue Düfte vor, die schlicht die Namen Karl Lagerfeld (Damen) und Karl Lagerfeld Pour Homme (Herren) tragen. Mit diesen erfolgte ein neuer Versuch für Karl Lagerfeld, auf dem Markt der Parfüms wieder Fuß zu fassen, nachdem die letzten Produkte aufgrund geringer Verkaufszahlen nicht überzeugen konnten. 2015 brachte das Unternehmen Karl Lagerfeld B.V. in Zusammenarbeit mit Interparfums, Inc. zwei weitere Düfte jeweils für Damen und Herren auf den Markt: Paradise Bay und Private Klub. 2016 wurde das Parfüm Ocean View, jeweils für Damen und Herren, von Karl Lagerfeld präsentiert. 2017 folgten Fleur de Pécher für Damen und Bois de Vétiver für Herren.

Lagerfeld war wiederholt als Kostümbildner für Theater und Oper tätig, etwa 1978 in (/Komtesse Mizzi von , Regie ); 1980 am Wiener ( von Arthur Schnitzler, Regie , Bühnenbild ) sowie beim Maggio Musicale in ( von , Regie Ronconi); 1982 an der ( von , Regie Ronconi, Bühnenbild ); 1990 bei den ( von , Regie , Bühnenbild ; er übersiedelte später nach ans Burgtheater).

Neben der Mode und der Kostümbildnerei entdeckte Lagerfeld 1987 die Fotografie als neues Betätigungsfeld. 1996 erhielt er für seine Arbeiten den . Vom 11. November 2006 bis 18. Februar 2007 wurden 350 Fotografien und Multimedia-Installationen Lagerfelds in der Berliner Galerie C/O Berlin ausgestellt. Unter dem Titel One Man Shown zeigten sie alle das US-amerikanische Fotomodell , das der Designer entdeckt und gefördert hatte. Die klassischen Schwarzweiß-Porträts, die in einem Zeitraum von dreieinhalb Jahren entstanden und sowohl Modeaufnahmen als auch einschlossen, waren beim Publikum erfolgreich. Die Kritik reagierte verhalten und teilweise ablehnend auf die fotografischen Studien Lagerfelds. Während das Magazin die Gleichförmigkeit der Bilder anprangerte und attestierte, dass der Modeschöpfer auch Langeweile perfekt verkaufen könne, kritisierte der US-amerikanische Star-Fotograf Lagerfeld als „Dilettanten“, welcher der Geschichte der Fotografie nichts Neues hinzuzufügen hätte. Lagerfeld war u. a für die Werbekampagne der Champagnermarke verantwortlich und arbeitete dabei wieder mit Claudia Schiffer zusammen. Für den -Konzern inszenierte er die Werbung für das -Modell und ist ebenfalls im Werbefilm für eine Sonderedition des Golf zu sehen. Für die Märzausgabe 2011 des deutschen Playboy fotografierte er . In einer modernisierten Fotostory des antiken Mythos von Daphne und Chloe nach dem griechischen Dichter Longus inszenierte er die beiden Models Baptiste Giabiconi und Bianca Balti vor der Naturkulisse Südfrankreichs. Der Bildband Moderne Mythologie aus dem Jahr 2013 zeigt Lagerfelds Vorstellung des idyllischen Lebens in monumentalen Schwarzweiß-Fotografien, angelehnt an die klassische Textquelle.

  • Umschlagvignette für : Die Bettlerbar von New York. arani-Verlagsgesellschaft, Berlin-Grunewald 1950 (2. Aufl. im Selbstverlag o.O.u.J., ca. 1958; 3. Auflage: L.S.D. im Steidl Verlag, Göttingen 2012, )
  • Des Kaisers neue Kleider von . Illustrationen von Lagerfeld. Verlag Coppenrath, Münster 1992,
  • Karl Lagerfeld, , 23. April 2005 – 12. Juni 2005
  • One Man Shown, C/O Berlin, 11. November 2006 – 18. Februar 2007
  • Konkret Abstrakt Gesehen, , Neuss, 18. November 2007 – 4. Mai 2008
  • Versailles à l’ombre du soleil, Paris, 11. Juni – 7. September 2008
  • Feuerbachs Musen – Lagerfeld Models, , 21. Februar – 14. Juni 2014
  • Parallele Gegensätze. Fotografie-Buchkunst-Mode, , 15. Februar – 11. Mai 2014
  • Karl Lagerfeld. Modemethode. , Bonn, 28. März – 13. September 2015.
Lagerfeld, 2005
mit der bolivianischen Modedesignerin
  • Am 15. Januar 2007 scheiterte Lagerfeld vor einem Pariser Gericht mit seiner Klage gegen „The Beautiful Fall“, ein Buch aus der Modewelt, geschrieben von der Autorin Alicia Drake. Der Vorsitzende Richter konnte im Unterschied zu Lagerfeld keinen Angriff auf dessen Privatsphäre feststellen, da das Buch in Frankreich nicht verlegt wurde. Danach habe Lagerfeld alle englischen Ausgaben in Paris aufkaufen lassen.
  • Am 24. April 2008 wurde beim Donaufestival in () als Auftragswerk das „Lagerhouse“ uraufgeführt.
  • Im steht seit 2012 eine Wachsfigur von ihm.
  • Seine umfasst laut eigenen Angaben ca. 300.000 Bücher.
  • Mit einem Privatvermögen von etwa 350 Millionen Euro zählt Lagerfeld zu den .
  • Lagerfeld ist seit vielen Jahren sehr eng mit befreundet.
  • Seine ( 2011) verfügt über einen von Lagerfeld autorisierten Twitter-Account und war im Juli 2013 zusammen mit auf dem Cover der deutschen Vogue zu sehen. Im Winter 2013 kam eine nach Choupette benannte Accessoire-Kollektion auf den Markt.
  • Lagerfeld gerät immer wieder in die Kritik, weil er bevorzugt und für seine Kollektionen engagiert. Er spricht sich gegen ein Laufstegverbot für zu dünne Models aus.
  • Ebenfalls für negative Schlagzeilen sorgte 2004 eine Bemerkung zu einer Kollektion für die Modekette . Das Unternehmen bot die Kleidung auch in größeren Varianten an, worauf Lagerfeld sagte: „Was ich entworfen habe, ist eine Mode für schmale, schlanke Leute. Das war die ursprüngliche Idee.“
  • Im November 2017 sorgte Lagerfeld für Empörung, nachdem er im französischen Fernsehen muslimische Flüchtlinge als die „schlimmsten Feinde der Juden“ bezeichnet hatte.
  • Im Mai 2018 sagte Lagerfeld dem französischen Wochenmagazin , er „hasse“ Bundeskanzlerin für ihre Flüchtlingspolitik. Mit ihrer angeblichen Entscheidung „eine Million Zuwanderer“ in Deutschland aufzunehmen, habe sie der bei den Wahlen 2017 den Weg in den Bundestag geebnet. Nun säßen „100 dieser Neonazis im Parlament“, da Merkel die deutsche Geschichte „vergessen“ habe. „Wenn das so weitergeht, gebe ich die deutsche Staatsangehörigkeit auf.“
  • : Karl Lagerfeld. 30. Juli 2005. Interview in: Begegnungen. Menschenbilder aus drei Jahrzehnten. Collection Rolf Heyne, München 2012, , S. 459–468.
  • Alicia Drake: The Beautiful Fall. Fashion, Genius and Glorious Excess in 1970's Paris. , London 2006, ; Back Bay Books, New York 2007, (beschreibt die Beziehung zwischen Lagerfeld und vor allem in den 1970er Jahren).
  • Arnaud Maillard: Karl Lagerfeld und ich  −  15 Jahre an der Seite des Modezaren. Heyne, München 2009, .
  • : Karl. mvg Verlag, München 2009, . (, PDF-Datei, 122 kB)
  • im Katalog der
  • "König der Maßlosigkeit" wird ungefähr 80….Vor wenigen Jahren datierte der Mode-Maestro [Karl Lagerfeld] das Ereignis [seine Geburt] auf 1935. RNZ (Rhein-Neckar-Zeitung) (Tageszeitung) 10. September 2015, S. 15.
  • Karl Lagerfeld: Lebens-Skizzen. Porträt, Frankreich, 2012, 55 Min., Buch und Regie: Loïc Prigent, Produktion: France, Erstsendung: 2. März 2013 bei arte
  • Fendi ... vor der Show. Dokumentarfilm, Frankreich, 2009, 52 Min., Buch und Regie: Loïc Prigent, Produktion: France, Sundance Channel, Deralf, Story Box Press, Erstsendung: 14. Januar 2010 bei arte
  • . Dokumentation, Frankreich, 2007, 88 Min., Buch und Regie: Rodolphe Marconi, Produktion: Grégory Bernard
  • Ein Kleid von Chanel. Reportage, Deutschland, 2006, 30 Min., Buch und Regie: , Produktion: , Reihe: ZDF.reportage, Erstsendung: 12. Februar 2006
  • Im Hause Chanel. (Originaltitel: Signé Chanel.) in fünf Teilen, Frankreich, 2005, 130 Min., Regie: Loïc Prigent
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